Thin Client

Ein Thin Client (dünner Client) ist ein minimalistischer Computer, der kaum eigene Rechenleistung besitzt. Er dient fast ausschließlich als Eingabe- und Ausgabegerät (Tastatur, Maus, Monitor), während die eigentliche Arbeit auf einem zentralen Server stattfindet.

Die Philosophie: Alles zentral

Stell dir ein Büro mit 500 Mitarbeitern vor. Wenn jeder einen fetten PC unter dem Tisch hat, muss die IT-Abteilung 500 PCs warten, updaten und reparieren. Mit Thin Clients:

  • Jeder Mitarbeiter hat nur eine kleine Box auf dem Tisch.
  • Diese Box verbindet sich mit einem Server (VDI - Virtual Desktop Infrastructure).
  • Das Windows, das der Nutzer sieht, läuft gar nicht auf der Box, sondern als Stream vom Server.

Vorteile (für den Admin)

  • Sicherheit: Keine Daten liegen auf dem Gerät. Wird der Thin Client geklaut? Egal, kauf nen neuen für 100€, steck ihn an, weiter gehts.
  • Wartung: Ein Update muss nur einmal auf dem Server eingespielt werden, nicht 500 Mal.
  • Stromverbrauch: Thin Clients verbrauchen oft nur 5-10 Watt.
  • Geräuschlos: Meist passiv gekühlt, da keine hitzige CPU drinsteckt.

Zero Client

Eine noch extremere Form ist der "Zero Client". Er hat nicht mal mehr ein eigenes Betriebssystem, sondern nur firmwareintegrierte Hardware zur Dekodierung des Videostreams (z.B. PCoIP). Er ist das absolute "dumme Terminal".

Nachteile (für den User)

Fühlt es sich wie ein echter PC an? Fast. Aber bei schlechter Netzwerkverbindung gibt es Lags. Videobearbeitung oder Gaming ist auf klassischen Thin Clients kaum möglich (obwohl Cloud Gaming Dienste wie GeForce Now das Prinzip gerade neu erfinden).

Nerd-Fact: Das Konzept ist eigentlich uralt. In den 70ern waren "Mainframe Terminals" genau das: Ein Monitor und eine Tastatur, verbunden mit dem Großrechner. Die Geschichte wiederholt sich, nur in Farbe und HD.