Workstation
Eine Workstation ist ein Hochleistungscomputer, der speziell für technische, wissenschaftliche oder kreative Profi-Anwendungen entwickelt wurde. Während ein normaler PC für Office, Web und Gaming gedacht ist, muss eine Workstation 24/7 unter absoluter Volllast stabil arbeiten.
Mehr als nur ein schneller PC
Man könnte denken, ein High-End-Gaming-PC sei auch eine Workstation. Das stimmt bedingt, aber es gibt entscheidende Unterschiede in der Philosophie:
- Zuverlässigkeit vor Speed: Ein Gaming-PC darf mal abstürzen. Eine Workstation, die gerade eine 3-wöchige Simulation berechnet, nicht.
- Zertifizierte Hardware: Treiber und Komponenten sind speziell für Profi-Software (CAD, Rendering, Video-Editing) zertifiziert (ISV-Zertifizierung).
Typische Hardware-Merkmale
Was steckt drin?
- ECC-RAM: Arbeitsspeicher mit Fehlerkorrektur (Error Correcting Code), um Bitflips durch kosmische Strahlung oder Interferenzen zu verhindern.
- Profi-GPUs: NVIDIA RTX A-Serie (früher Quadro) oder AMD Radeon Pro. Diese Karten haben oft mehr VRAM und Treiber, die auf Präzision statt Framerates optimiert sind.
- Viele CPU-Kerne: Prozessoren wie AMD Threadripper oder Intel Xeon mit 24, 32 oder sogar 96 Kernen für massives Multitasking.
- Redundanz: Oft mehrere Festplatten im RAID-Verbund oder zwei Netzteile, um Datenverlust zu vermeiden.
Einsatzgebiete
Workstations findet man dort, wo Rechenfehler teuer werden:
- Ingenieurwesen (CAD/CAM): Konstruktion von Flugzeugen, Autos oder Gebäuden.
- Medienproduktion: 8K-Videoschnitt, 3D-Animation (Pixar-Filme), VFX.
- Wissenschaft: Simulation von Wettermodellen, Gen-Sequenzierung oder Finanzmathematik.
- KI-Entwicklung: Training von neuronalen Netzen (Deep Learning).
Der Begriff verschwimmt heute etwas, da auch starke Laptops als "Mobile Workstations" verkauft werden. Aber die Faustregel bleibt: Wenn der Computer dein Geld verdient und Ausfallzeit dich ruiniert, brauchst du eine Workstation.