Northbridge (MCH)

Die Northbridge war früher der wichtigste Chip auf dem Mainboard neben der CPU. Sie lag physisch "nördlich" der CPU (oben) und verband den Prozessor mit den schnellsten Komponenten: Dem Arbeitsspeicher (RAM) und der Grafikkarte (AGP/PCIe).

Der Flaschenhals

Alles musste durch die Northbridge. Wenn die Northbridge langsam war, war der ganze PC langsam, egal wie schnell die CPU war. Sie wurde oft extrem heiß und brauchte dicke Kühlkörper oder sogar Lüfter.

Warum gibt es sie nicht mehr?

Um die Latenzen (Verzögerungen) zu minimieren, haben CPU-Hersteller die Funktionen der Northbridge direkt in den Prozessor integriert. Der Speichercontroller sitzt heute in der CPU ("Integrated Memory Controller"). Die PCIe-Lanes für die Grafikkarte kommen auch direkt aus der CPU.

Das Erbe

Der Begriff "Northbridge" wird heute kaum noch verwendet bzw. existiert der Chip als eigenständiges Bauteil auf modernen Boards nicht mehr. Seine Aufgaben übernimmt der "System Agent" oder "Uncore"-Bereich in der CPU.

Nerd-Fact: Zu Zeiten des Pentium 4 war die Northbridge oft das heißeste Bauteil im PC. Enthusiasten tauschten die billigen Alu-Kühler gegen massive Kupferkühler, nur um ein paar MHz mehr FSB (Front Side Bus) rauszuholen.